Blickpunkt Dresden: Migration Zugehörigkeit Bildung – Veranstaltungsreihe

Wie alle größeren Städte in Deutschland ist Dresden eine Stadt der Migration. Als Tourismusmagnet, Technologiezentrum oder mit ihrer Exzellenzuniversität ist die Stadt in transnationale Bezüge eingebettet. Aber auch jenseits des globalisierten Standortwettbewerbs, etwa aufgrund der weltumfassenden Krisen und Not, wird Dresden durch Migration geprägt und umgestaltet. Dennoch wurde Dresden lange Zeit nicht als eine Stadt wahrgenommen und repräsentiert, für welche Erfahrungen und Dynamiken der Migration bedeutsam sind. Auch eine angemessene Thematisierung von Dresden als einer Stadt, die – in ihrer langen Geschichte und in der Gegenwart – permanent auch durch migrantische Akteur*innen geformt und verändert wird, bleibt noch aus.
Dabei prägen Prozesse und Praxen, in welchen sich Akteur*innen der Stadt unabhängig vom ihnen zugeschriebenen Status Rechte als Bürger*innen erkämpfen, aber auch zugehörig gemacht werden, nachhaltig das gesellschaftliche Selbstverständnis. Soziale Bewegungen, migrantische Selbstorganisationen und städtische Aneignungspraxen ‚von unten‘ spielen hier eine genauso wichtige Rolle wie die stadtpolitischen Agenten und die etablierten Kultur- und Bildungsinstitutionen der Stadt.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe möchten wir uns mit Dresden als Stadt der Migration aus verschiedenen Blickwinkeln auseinandersetzen. Wir laden städtische Akteur*innen – Verwaltung, Institutionen und Initiativen – zu einem Austausch über Konzepte und Perspektiven an der Schnittstelle zwischen Stadt, Migration und Zugehörigkeit ein. Es wird zum einen darum gehen, die – möglicherweise noch unsichtbaren – Prozesse, Praxen und Räume des Rechte-Nehmens und Zugehörig-Machens in Dresden und in den anderen Städten in Deutschland in den Blick zu nehmen. Zum anderen möchten wir Kollaborationen stärken, um zusammen eine vielfältige und nachhaltige, Stadt- und Akteure verändernde, auf zeitgemäße Solidarität gründende (Stadt-) Bildungsarbeit zu gestalten.

Eine Veranstaltung der LAG pokuBi in Kooperation mit weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen

 


28. August 2018, 10.00 bis 13.00 Uhr

Planungswerkstatt ‘StadtLeben’

In der Fortsetzung des Workshops „StadtLeben“ wollen wir erneut Fragen des Wohnens und der Nachbarschaft in einer Stadt der Migration nachgehen.

Zur Teilnahme an den Workshops sind erneut städtische Akteur*innen eingeladen, die sich haupt- und ehrenamtlich mit Wohnen und Nachbarschaft in Dresden auseinandersetzen und an einem Austausch über Konzepte und Perspektiven an der Schnittstelle zwischen Stadt, Migration und Zugehörigkeit interessiert sind.

Anmeldung bis zum 20.8.18 an: mfb[at]pokubi-sachsen.de

 

 

20. September 2018, 12.30 bis 17.00 Uhr
‚StadtBild Dresden: Interkulturelle Tage oder Stadt der Migration?‘

mit Input von Dr. Noa Ha (Leitung ZfI)

Die diesjährigen Interkulturellen Tage möchten wir zum Anlass nehmen für deren Reflexion und eine grundlegende Auseinandersetzung mit der Frage: Wie kann sich Dresden als Stadt der Migration begreifen, erleben und darstellen?

Wir laden Sie/Euch dazu recht herzlich zum Workshop am Donnerstag, den 20.09.2018, von 12.30 Uhr bis 17.30 Uhr in das Internationale Begegnungszentrum des Ausländerrates Dresden e. V. auf der Heinrich-Zille-Straße 6 in 01219 Dresden ein. Den Workshop führen wir zusammen mit der LAG pokuBi Sachsen e. V./Projekt MFB und Weiterdenken – HBS Sachsen durch.

Die Interkulturellen Tage Dresden stehen seit vielen Jahren für die Repräsentation kultureller Vielfalt und Bereicherung des Stadtlebens durch Migration. Sie zelebrieren somit vor allem positive Seiten der Migration, was gerade in den letzten Jahren angesichts migrationsfeindlicher Agitationen für diese Stadt von besonderer Bedeutung zu sein scheint. Punktuell bieten sie aber auch die Möglichkeit für die Thematisierung problematischer Verhältnisse, wie mangelnde Teilhabe und Diskriminierung von Migrant*innen.

Doch inwieweit wird das Konzept der Interkulturellen Tage mit ihrem von Jahr zu Jahr bunter werdenden Programm der komplexen migrationsgesellschaftlichen Realität der Stadt gerecht? Und welche strukturellen Mängel werden durch diese möglicherweise offenbart und zugleich verdeckt? Lassen Sie/ lasst uns gemeinsam darüber nachdenken und diskutieren sowie einen Blick in die Zukunft der Interkulturellen Tage werfen.

Wir freuen uns über Anmeldungen unter zeissig[at]auslaenderrat.de oder (0351) 4363726. Das ausführliche Programm des Workshops versenden wir Anfang September.

Der Workshop schließt an den im September 2017 stattgefundenen Workshop ‚StadtBild’ im Rahmen der Veranstaltungsreihe ‚Blickpunkt Dresden: Migration Zugehörigkeit Bildung‘ an, welche die LAG pokuBi Sachsen e. V./Projekt MFB und Weiterdenken – HBS Sachsen in Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern durchführen.

 

 

Förderhinweis:
Das Projekt ‚Migration-Flucht-Bildung. Bildungsorte einer sich öffnenden Stadt‘ wird gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz aus Mitteln der Richtlinie Integrative Maßnahmen.

Migration – Flucht – Bildung

Migration-Flucht-Bildung. Bildungsorte einer sich öffnenden Stadt Das Projekt ‚Migration-Flucht-Bildung. Bildungsorte einer sich öffnenden Stadt‘ ist im Jahr 2016 gestartet und wird durch das Programm ‚Förderung Integrativer Maßnahmen‘ der Sächsischen Landesregierung gefördert. Das Projekt richtet sich an Dresden und hat das Ziel, die Themen Migration und Flucht im Kontext globaler Zusammenhänge als Bildungsinhalte in möglichst vielen Bildungsinstitutionen der Landeshauptstadt zu etablieren. Dabei geht es sowohl darum, dass die Themen Eingang in die Bildungsarbeit (sowie in die öffentlichen (Bildungs-)Räume) finden, als auch darum, wie dies geschieht - auf welche Weise, aus welcher Perspektive, mit welchem Ziel. Ein weiteres Ziel des Projektes ist es, Bildungsangebote und Bildungsinstitutionen für Migrant*innen und hier insbesondere für Geflüchtete zu öffnen. Hier geht es darum, wie Zugänge überprüft und erleichtert werden können, wie für diese Zielgruppe(n) relevante Inhalte Eingang in die Bildungsarbeit finden, welche Qualifikationen der pädagogisch Tätigen sind dabei bedeutsam und wie Migrant*innen selbst – im Sinne einer handelnden Teilhabe - als (Bildungs-)Akteur*innen eingebunden werden. Das Projekt richtet sich an Bildungsinstitutionen, politische Entscheidungsträger und zivilgesellschaftliche Kräfte in der Kommune und ist interessiert an vielfältigen Kooperationen für die Gestaltung von Teilprojekten. mfb[at]pokubi-sachsen.de Tel.: (0351) 850 75 162 Im Folgenden sind die Teilprojekte aufgelistet: