Neonazismus

Neue Rechte, alte Hetze? Neonazismus und “Neue Rechte”

Sie nennen sich „konservative Revolutionäre“und „Identitäre“ und pflegen beste Kontakte zur AfD: Die Vertreter der „Neuen Rechten“ sind auf dem Vormarsch. Schon seit Jahren agieren sie im Hintergrund, doch im Zuge der aktuellen Wahlerfolge der AfD und der derzeitigen Flüchtlingssituation treten sie nun offener in Erscheinung und erhalten großen Zulauf. Unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit, hat sich jenseits von bekennenden Neonazis eine „Neue Rechte“ herausgebildet. Nicht in Parteiform, sondern als Bewegung, Strömung und als Organisationsgeflecht im vorpolitischen Raum. Egal ob Compact, EinProzent, das Institut für Staatspolitik, die Blaue Narzisse, die zahlreichen „Nein zum Heim-Initiativen“ oder der rechte Flügel der AFD – sie alle sehen sich im Aufwind. Die "Neuen Rechten" verstehen sich selbst als politische Protestbewegung gegen ein etabliertes politisches System. Die sogenannten Identitären begreifen sich als das popkulturelle Gesicht und die Posterboys und girls dieser Neuen Rechten. Sie selbst sehen sich als Speerspitze einer kleinen daueraktivistischen Bewegung. Wie lassen sich diese Gruppen einordnen? Mit diesem Seminar sollen das neu-rechte Milieu, die ideologischen Bezugspunkte und die verschiedenen Akteure und Zusammenhänge beleuchtet werden. Der Fokus liegt dabei auf Sachsen und den hier agierenden Gruppierungen und Personen liegen. Das Seminar besteht aus Vortagsbestandteilen, Medienanalyse, offener Diskussion und herkömmlichen Formen der Gruppen- und Textarbeit.

Jenseits der NPD – Neonazismus und Neue Rechte in Sachsen

Mit den ausbleibenden Wahlerfolgen für die NPD bei Landtagswahlen in den neuen Bundesländern ist das Problem des parteiförmig organisierten Neonazismus kleiner, aber auch differenzierter geworden. Stattdessen machen nun rechte Bewegungen wie PEGIDA, die „Identitären“ oder sog. "Nein zum Heim" - Initiativen von sich reden, deren politische Einordnung deutlich schwerer fällt. Auch Parlamentarier der Alternative für Deutschland (AFD), die mit rassistischer Propaganda sowie mit aggressiver Ablehnung der "Politikerkaste" und der sogenannten "Lügenpresse" auf breite Zustimmung stoßen, passen dabei weder in das herkömmliche Schema vom "Rechtsextremismus", noch sind sie mit den politischen Versuchen von Neonazis wie Funktionären der NPD, der Partei "Der Dritte Weg" oder der Partei "DIE RECHTE", einen nationalen Sozialismus zu verwirklichen, identisch. Im Seminar wird deshalb danach gefragt, ob und inwiefern es sich bei den neuen rechten Bewegungen um Neonazismus handelt, oder ob diese legitime Positionen in einer demokratischen Auseinandersetzung darstellen. Anhand von Programmen, Propaganda und Symbolik und in Bezug zu verschiedenen Themenfelder wie Zugehörigkeit, Wirtschafts- und Sozialpolitik und politischer Ordnung werden das Weltbild der mittlerweile vielfältigen neonazistischen Parteien und Strukturen und der Neuen Rechten rekonstruiert und ihre Anschlussstellen an breitere Diskurse und damit ihre heutige gesellschaftliche Relevanz diskutiert. Das Seminar besteht aus Vortagsbestandteilen, Medienanalyse, offener Diskussion und herkömmlichen Formen der Gruppen- und Textarbeit.

Neonazis im Osten – Westimport oder ostdeutsche Sozialisation?

Neonazis in der DDR? Hartnäckig hält sich die Legende, der ostdeutsche Neonazismus sei ein Produkt der unmittelbaren Nachwendezeit. Anfang der 90er Jahre kam es in Orten wie Hoyerswerda und Rostock-Lichtenhagen zu den bis dahin gewalttätigsten Übergriffen gegen Flüchtlinge in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Die Pogrome schockierten vor allem die internationale Öffentlichkeit. Nazis umgeben von applaudierenden deutschen Nachbarn, das hatte eine neue Qualität. Flankiert wurden die Ausschreitungen von Medien und Politik, die freimütig den deutschen Alltagsrassismus bedienten. Verschiedene Erklärungsversuche und Abwehrreflexe tauchten auf: die massiven Veränderungen der Lebenswelt durch den radikalen Systemwechsel, soziale Abstiegsängste und Armut oder der Zuzug von Nazikadern aus den westlichen Bundesländern seien für die Eskalation der Ereignisse ursächlich. Doch inwiefern handelte es sich bei Neonazis im Osten tatsächlich um ein neues Phänomen? Gab es nicht auch in der DDR immer alte und neue Nazis, die aufgrund der herrschenden Staatsdoktrin wegdefiniert und verschwiegen wurden? Damit ist die Frage nach dem tatsächlichen antifaschistischen Charakter der DDR angesprochen, die im Seminar diskutiert und beantwortet werden soll. Trainingsdauer: 2-4 Tage