Ausbildungsreihe “Professionelles Handeln in einer von Diskriminierung geprägten Gesellschaft”

Zertifizierte Aus- und Weiterbildung für (angehende) Trainer*innen der Erwachsenenbildung sowie für Mitarbeiter*innen und Führungskräfte, welche in ihren Institutionen diskriminierungssensible Veränderungsprozesse unterstützen wollen

 

Flyer

Die Ausbildungsreihe richtet sich an Personen, die entweder in ihrer Institution oder als Freiberufler*innen in der Erwachsenenbildung tätig werden wollen. Ziel ist die Vermittlung eines soliden Basiswissens bezüglich verschiedener Diskriminierungsformen sowie die vertiefende Auseinandersetzung mit Rassismus. Hierzu gehört jeweils die theoretische Auseinandersetzung mit den einzelnen Machtverhältnissen, aber auch die Selbstreflexion bezüglich der eigenen Sozialisation und Position in der Gesellschaft.

Unsere Haltung als Trainer*in bzw. als Person, welche in ihrer Institution Veränderungsprozesse in Gang bringen möchte, spielt eine entscheidende Rolle für unsere Wirksamkeit. Das Lernen in der Ausbildungsgruppe (von welcher wir uns erhoffen, dass sie möglichst divers zusammengesetzt ist), ist Bestandteil des Bildungsprozesses. Wir haben an verschiedenen Stellen parallele Räume (für Menschen mit Rassismuserfahrungen bzw. für Menschen, die im System Rassismus eher privilegiert sind) vorgesehen.

Wir gehen davon aus, dass Menschen v.a. das lernen, was sie lernen wollen. Deswegen bildet die persönliche Lernvereinbarung jeder*/jedes* Einzelnen die Grundlage für den Lernerfolg.

Gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Weltoffenes Sachsen.
In Kooperation mit dem Dachverband Sächsischer Migrantenorganisationen e.V.

 

Wir bieten

Unterstützung in der Praxis durch

  • Hospitationsmöglichkeiten bei den Weiterbildungsangeboten der LAG pokuBi
  • Einsatzmöglichkeiten als Trainer*in bei der LAG pokuBi (so es die Auftragslage zulässt und wir das aus unserer Perspektive verantworten können) auf Honorarbasis
  • Coaching-, bzw. Feedbackgespräche vor und nach selbstorganisierten Weiterbildungen
  • Supervision, bzw. Ansprechstrukturen (Bereitstellung von festen Ansprechpartner*innen)
  • Gespräche mit den Institutionen, aus welchen Sie kommen

Bitte beachten Sie unbedingt die Punkte unter: Ausführungen/Einschränkungen.

Wir erwarten

  • Bereitschaft zur Selbstreflexion (insbesondere in Bezug auf privilegierte Positionen)
  • Das Er- und Überarbeiten von persönlichen Lernzielen
  • Die Vor- und Nachbereitung zwischen den Bausteinen in selbstorganisierten Kleingruppen
  • Selbständiges Lesen von Texten zur Vor- und Nachbereitung oder empfohlener Literatur

Modul 1: Was ist Diskriminierung und wie betrifft sie wen?

04.-06. April 2019 - Seminarfabrik Nossen

Schaffen gemeinsamer Grundlagen und einer Lernathmosphäre

In diesem Modul wollen wir neben dem Kennenlernen eine Grundlage schaffen, um in den weiteren Modulen einzelne Diskriminierungsformen zu vertiefen. Es wird also um die Frage gehen,
  • was Diskriminierung ist
  • welche Rolle dabei Machtverhältnisse spielen
  • aufgrund welcher Konstruktionen eigentlich Diskriminierung stattfindet
Neben eines theoretischen Inputs geht es dabei auch um uns selbst. Welchen „Gruppen“ gehöre ich an? Was ist selbst gewählt? Was fühlt sich eher fremdbestimmt an? Welchen „Gruppen“ möchte ich angehören und wo sind mir Fremdbezeichnungen unangenehm … Auch wird es in diesem Modul darum gehen, sich gemeinsam Gedanken zu machen, wie alle Anwesenden möglichst achtsam miteinander und voneinander lernen können. Wir erläutern unser Konzept der Lernvereinbarungen, der getrennten Räume, der Intervisionsgruppen und klären organisatorische Dinge.

Ely Almeida  Ich bin Pädagogin und Trainerin der politischen Bildung mit dem Schwerpunkten Empowerment, Rassismuskritik und Frauenpolitik. Seit 2011 engagiere ich mich u.a. auch im Schulaustausch Kontext, im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Beratung für Rassimuserfahrene Personen. Bin Schwarz, Frau und Feministin. Zurzeit arbeite ich als Integrationsmitarbeiterin des Steinhaus e.V. in Bautzen und setze mich für die Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit von People of Color und Schwarzen Menschen in der Mitgestaltung ihrer Kommune ein.

Kerstin* Knye  Ich verstehe mich als Begleiter*in bei rassismuskritischen (Demokratie-)bildungsprozessen, bin seit 20 Jahren in der politischen Erwachsen- und Jugendbildung tätig (Schwerpunkte: Demokratie- und Menschenrechtsentwicklung; Diskriminierung und Rassismus(-kritik). Seit einigen Jahren bin ich im Bereich Prozessbegleitung und rassismuskritischer Organisationsentwicklung tätig. Meine gesellschaftlichen Positionierungen sind weiß und queer-feministisch. Ausgebildet bin ich als Dipl.Sozialpädagogin Trainer*in und Berater*in für pädagogisches Handeln in der Einwanderungsgesellschaft, Betzavta- und Achtung (+) Toleranz-Trainer*in, Systemische Coach.

Modul 2: Rassismus(-kritik) und Empowerment

20.-22. Juni 2019 - Seminarfabrik Nossen

Rassismus verstehen wir als ein Machtverhältnis, dass überall in unserer Gesellschaft zu finden ist. Rassistische Diskriminierungen finden in alltäglichen Zusammentreffen statt, Institutionen haben rassistische Funktionsweisen und unserer Wissen und mediale Darstellungen sind ebenso davon geprägt. Gleichzeitig gibt es eine lange Geschichte von Menschen, die diese Strukturen analysieren und gegen die Auswirkungen kämpfen. 
Dieses Wissen von Schwarzen Menschen/People of Color, Menschen mit Migrationbiografien und Migrantischen Selbstorganisationen (MSO) ist eine wichtige Grundlage für das Verstehen von Rassismen. In unserem Seminar richten wir den Blick auf Rassismus als ein komplexes System, das auf individueller, kultureller und struktureller Ebene der Gesellschaft wirksam ist und alle in ihr lebenden Menschen auf unterschiedliche Weise betrifft. Wir laden dich ein, dich mit deiner eigenen Positionierung in einer von Rassismus geprägten Gesellschaft auseinander zu setzen und in getrennten Räumen mit den Teilnehmenden, welche Rassismus-erfahren sind, Empowermentmomente zu erleben oder mit den Teilnehmenden, welche im System Rassismus eher privilegiert sind, zu überlegen, was das für den gemeinsamen Lernraum bedeutet. Menschen, welche sich in dieser Bi-Polarität nicht verorten können, können sich für den Moment entscheiden oder einen weiteren Raum eröffnen.

 

Ely Almeida  Ich bin Pädagogin und Trainerin der politischen Bildung mit dem Schwerpunkten Empowerment, Rassismuskritik und Frauenpolitik. Seit 2011 engagiere ich mich u.a. auch im Schulaustausch Kontext, im Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung und Beratung für Rassimuserfahrene Personen. Bin Schwarz, Frau und Feministin. Zurzeit arbeite ich als Integrationsmitarbeiterin des Steinhaus e.V. in Bautzen und setze mich für die Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit von People of Color und Schwarzen Menschen in der Mitgestaltung ihrer Kommune ein.

Kerstin* Knye  Ich verstehe mich als Begleiter*in bei rassismuskritischen (Demokratie-)bildungsprozessen, bin seit 20 Jahren in der politischen Erwachsen- und Jugendbildung tätig (Schwerpunkte: Demokratie- und Menschenrechtsentwicklung; Diskriminierung und Rassismus(-kritik). Seit einigen Jahren bin ich im Bereich Prozessbegleitung und rassismuskritischer Organisationsentwicklung tätig. Meine gesellschaftlichen Positionierungen sind weiß und queer-feministisch. Ausgebildet bin ich als Dipl.Sozialpädagogin Trainer*in und Berater*in für pädagogisches Handeln in der Einwanderungsgesellschaft, Betzavta- und Achtung (+) Toleranz-Trainer*in, Systemische Coach.

 

Modul 3: Kindsein ist kein Kinderspiel – Adultismus und kritisches Erwachsenenwerden

29.-31. August 2019 - Appenhof (bei Nossen)

Was bedeutet es, im Kontext von Adultismus als sogenannter erwachsener Mensch zu einer gesellschaftlich normierten und privilegierten Personengruppe zu gehören? Welche Funktion hat das „Othering“ (das „Andern“) junger Menschen in diesem Zusammenhang? Wie können Erwachsene ihre Macht und Privilegien nutzen, um Beziehungen zu jungen Menschen aufzubauen, die für alle Wachstum und Reifung ermöglichen? Wie können bei einem Machtungleichgewicht wie zwischen jungen und erwachsenen Menschen Regeln fair und verantwortungsbewusst aufgestellt, verhandelt und gelebt werden?

Antworten auf diese und Eure Fragen bietet die kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Erwachsensein als Dominanzposition innerhalb der Gesellschaft. Auf der Basis reflexiver Selbstpositionierungen, sowie einer Einführung in das Thema Adultismus finden wir in diesem Workshop gemeinsam praktische Handlungsoptionen, welche die Macht“Spiele“ zwischen jungen und nicht mehr ganz jungen Menschen aushebeln können.

ManuEla Ritz  Ich bin Schwarze deutsche Mutter, Dipl-Sozialpädagogin, Teamerin, Autorin und Schauspielerin (in progress :). Seit mehr als 15 Jahren bin ich in der politischen Bildungsarbeit gegen Diskriminierung und für machtkritische Diversifizierung tätig. Meine Schwerpunkte sind Adultismus, Anti-Rassismus und Empowerment für Menschen mit Rassismus-Erfahrungen sowie die Thematisierung des Machtverhältnisses zwischen Ost- und Westdeutschland. Ich biete keine Seminare an, sondern Workshops. Hier wird der Name Programm wobei die Betonung auf to work liegt im Sinne von ‚gemeinsam Wissen und Handlungsoptionen erarbeiten’ (und nicht auf shoppen im Sinne von frontalem Konsumieren ;)

Jenny Wilke  Ich bin Pädagogin, arbeite mit Menschen verschiedener Altersklassen, engagiere mich seit vielen Jahren für demokratische Bildung, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung auch im schulischen Kontext. Mir ist die Sensibilisierung für und der Abbau von Benachteiligungen in allen Bereichen wichtig um ein menschenwürdiges Miteinander entstehen zu lassen. Ich bin Betzavta- und Anti-Bias-Trainerin, bin weiß und queer positioniert.

Kerstin* Knye  Ich verstehe mich als Begleiter*in bei rassismuskritischen (Demokratie-)bildungsprozessen, bin seit 20 Jahren in der politischen Erwachsen- und Jugendbildung tätig (Schwerpunkte: Demokratie- und Menschenrechtsentwicklung; Diskriminierung und Rassismus(-kritik). Seit einigen Jahren bin ich im Bereich Prozessbegleitung und rassismuskritischer Organisationsentwicklung tätig. Meine gesellschaftlichen Positionierungen sind weiß und queer-feministisch. Ausgebildet bin ich als Dipl.Sozialpädagogin Trainer*in und Berater*in für pädagogisches Handeln in der Einwanderungsgesellschaft, Betzavta- und Achtung (+) Toleranz-Trainer*in, Systemische Coach.  

Modul 4: Kapitalismuskritik und Klassismus

10.-12. Oktober 2019 - Appenhof (bei Nossen)
Kapitalismuskritik und Klassismus – gibt es einen Zusammenhang zwischen dem Wirtschaftssystem Kapitalismus und den verschiedenen Diskriminierungsformen?
Hat Armut und Reichtum etwas mit Diskriminierung zu tun? Welche Rolle spielt dabei eine Sozialisation in der DDR?
 

In diesem Modul wollen wir uns die Frage stellen, was Kapitalismus mit Diskriminierung zu tun hat. Patriarchat und Rassismus und die aus ihnen resultierenden Diskriminierungsformen sind keine Phänomene die erst mit der Entstehung des Kapitalismus auftauchen. Gibt es dennoch einen Zusammenhang? Beziehungsweise, kann uns ein Verständnis von Kapitalismus auch Diskriminierungsformen verständlicher machen? Um diese Fragen zu beantworten, wollen wir uns insbesondere mithilfe von Marx, sowie auch auch zeitgenössischen Autor*innen, wie Bini Adamzak oder Anibal Qijano Begriffen von kapitalistischer Wirtschaft widmen. Welche Rolle spielt die Verteilung von Eigentum? Woher kommt Reichtum und auf wessen Kosten? Seit wann gibt es Kapitalismus und was unterscheidet ihn von anderen Gesellschaftsformen? Auf dieser Grundlage können wir zusammen betrachten, wie Leben im Kapitalismus auch unser Miteinander beeinflusst. Zudem wollen wir uns mit Klassismus als Diskriminierungsform gegenüber Menschen aufgrund ihrer sozialen Herkunft beschäftigen. Wie äußert sich Klassismus und wie können wir Bedingungen schaffen, welche Menschen unterschiedlicher sozialer Herkunft gleiche Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Jonas Köpsel Ich bin 28 Jahre alt, weiß und Cis/männlich positioniert, lebe in Leipzig und habe dort im Bachelor Soziologie und Arabistik studiert. Aufgrund meines Interesses an kritischer Gesellschaftsanalyse habe ich einen Master in Soziologie in Jena begonnen. Dort hatte ich die Möglichkeit mich mit marxistischer Theorie, lateinamerikanischen Perspektiven auf das Nord-Süd-Verhältnis, Ökologie, autoritärem Charakter, Rassismus und vielem mehr zu beschäftigen. Neuerdings lerne ich Wissen zu vermitteln und möchte über mir wichtige Themen ins Gespräch kommen.

Jenny Wilke Ich bin Pädagogin, arbeite mit Menschen verschiedener Altersklassen, engagiere mich seit vielen Jahren für demokratische Bildung, Selbstbestimmung und Selbstverantwortung auch im schulischen Kontext. Mir ist die Sensibilisierung für und der Abbau von Benachteiligungen in allen Bereichen wichtig um ein menschenwürdiges Miteinander entstehen zu lassen. Ich bin Betzavta- und Anti-Bias-Trainerin, bin weiß und queer positioniert.

Kerstin* Knye Ich verstehe mich als Begleiter*in bei rassismuskritischen (Demokratie-)bildungsprozessen, bin seit 20 Jahren in der politischen Erwachsen- und Jugendbildung tätig (Schwerpunkte: Demokratie- und Menschenrechtsentwicklung; Diskriminierung und Rassismus(-kritik). Seit einigen Jahren bin ich im Bereich Prozessbegleitung und rassismuskritischer Organisationsentwicklung tätig. Meine gesellschaftlichen Positionierungen sind weiß und queer-feministisch. Ausgebildet bin ich als Dipl.Sozialpädagogin Trainer*in und Berater*in für pädagogisches Handeln in der Einwanderungsgesellschaft, Betzavta- und Achtung (+) Toleranz-Trainer*in, Systemische Coach.

Modul 5: Diskriminierung entlang Geschlecht, Geschlechtsidentität und sexueller Orientierung

Vielfalt als politisch Umkämpftes Feld
12.-14. Dezember 2019 - Appenhof (bei Nossen)
Deutschland ist auf den ersten Blick ein Land, welches die Forderung nach Gleichberechtigung von Mann und Frau erfüllt. Frauen sind in allen Arbeitsbereichen vertreten, sind Politikerinnen und Elektrikerinnen. Homosexuelle können heiraten, sexualisierte Übergriffe werden strafrechtlich verfolgt und neben weiblich und männlich gibt es seit letztem Jahr einen dritten Geschlechtseintrag. Doch diese Gleichberechtigung ist nur scheinbar – geht der Blick etwas tiefer, so werden einige Fallstricke offenbar. Diskriminierung aufgrund der sexuellen Identität gehört in Deutschland nach wie vor zum geduldeten Alltag. Die Ehe öffnet sich lediglich für gleichgeschlechtliche Beziehungen, die Reform des Personenstandsgesetzes (1) führt für intergeschlechtliche Menschen letztlich zum Zwangsouting und die Reform des Sexualstrafrechts stellt eine gesetzliche Verankerung der rassistischen Diskurse um die Silvesternacht 2015/2016 in Köln dar – um nur einige Probleme der oben aufgeführten „Errungenschaften“ zu benennen. Wir wollen uns in dem Modul zu Körper, Geschlecht und Begehren mit den politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um diese Themen beschäftigen. Um dies tun zu können, werden wir uns im Wissensaustausch zunächst den grundlegenden Fragen widmen: Was definiert Geschlecht? Welche Geschlechter gibt es? Wie werden Menschen aufgrund ihres Geschlechts diskriminiert? Welche sexuellen Orientierungen gibt es und wie und wo findet Diskriminierung statt? Was bedeutet Heteronormativität genau und wie stabilisiert sie gesellschaftliche Macht- und Herrschaftsverhältnisse? Welche Rolle spielt der Begriff der Gewalt in Bezug auf Geschlecht, Körper und Begehren? Mithilfe von passenden Methoden und gesellschaftspolitischen Bezügen setzen wir uns mit diesen Fragen auseinander. Ziel des Moduls ist es, dass sich die Teilnehmenden Strategien und Wissen erarbeiten, um in ihrem spezifischen Arbeitsumfeld diskriminierungssensibel hinsichtlich geschlechtlicher und sexueller Vielfalt wirken zu können.

Levke Ratz  Ich engagiere mich in der politischen Bildungs- und Antidiskriminierungsarbeit, sowie in der Sexuellen Bildung. Ich bin weiß, Feminist*in und verorte mein Geschlecht als weder eindeutig „weiblich“ noch „männlich“. In meiner Arbeit ist mir die Verbindung von Sexualität und Intersektionalität besonders wichtig.

Franziska Schreiter  Ich bin Dozentin an einer Hochschule und beschäftige mich in diesem Rahmen mit Vielfalt in Schulen und Sexueller Bildung. Ich bin eine weiße Frau, Feministin und engagiere mich über meinen Job hinaus gegen sexualisierte Gewalt und für selbstbestimmte Sexualitäten.

Peter Streubel  Ich bin von Beruf Sozialpädagoge und arbeite unter anderem als Trainer in der politischen Erwachsenenbildung. Hier sind meine Themenschwerpunkte Diskriminierung, gesellschaftliche Partizipation, Migration und Rassismus. Meine gesellschaftliche Position ist weiß/Cis-Mann.

Kerstin* Knye  Ich verstehe mich als Begleiter*in bei rassismuskritischen (Demokratie-)bildungsprozessen, bin seit 20 Jahren in der politischen Erwachsen- und Jugendbildung tätig (Schwerpunkte: Demokratie- und Menschenrechtsentwicklung; Diskriminierung und Rassismus(-kritik). Seit einigen Jahren bin ich im Bereich Prozessbegleitung und rassismuskritischer Organisationsentwicklung tätig. Meine gesellschaftlichen Positionierungen sind weiß und queer-feministisch. Ausgebildet bin ich als Dipl.Sozialpädagogin Trainer*in und Berater*in für pädagogisches Handeln in der Einwanderungsgesellschaft, Betzavta- und Achtung (+) Toleranz-Trainer*in, Systemische Coach.

 
(1) Das Personenstandsgesetz ist ein Gesetz, welches die Daten über die Person regelt. Dazu gehört zum Beispiel der Geschlechtseintrag, welcher in Deutschland zwingend ist. Neuerdings gibt es dazu eine dritte Möglichkeit der Eintragung, außerhalb von „männlich“ oder „weiblich“.

Ausführungen / Einschränkungen

Wir bieten:

Eine für Sie sehr kostengünstige über zwei Jahre angelegte Aus- und Weiterbildung, welche sich an Menschen richtet, die

  • entweder als Trainer*innen im Bereich diskriminierungssensibler Erwachsenenbildung
  • oder als „Antidiskriminierungsbeauftragte“ in ihrer Institution

tätig werden wollen.

Wie können wir die Kosten für Sie so gering halten und was hat das für Konsequenzen?

Die Aus- und Weiterbildung wird zu 90 % aus Mitteln des Freistaates Sachsen im Rahmen des Landesprogramms Weltoffenes Sachsen gefördert. Das Programm unterliegt einer Projektlogik und es war nicht möglich, eine Bewilligung für drei Jahre zu bekommen. Somit können wir unsere Leistungen verbindlich nur für 2019 anbieten. Da wir aber für 2020 mit der Weiterförderung rechnen und eine qualifizierte Ausbildung in einem Jahr nicht zu leisten ist, sind alle unsere im Folgenden beschriebenen Leistungen jeweils unter Vorbehalt der Förderung.

Habe ich Chancen, anschließend in meiner Institution Veränderungen zu bewirken bzw. als Trainer*in an Aufträge zu kommen?

Das können wir natürlich nicht versprechen, aber unser Konzept ist so aufgebaut, dass die Chancen größer sind, als würden wir eine reine Aus- und Weiterbildung anbieten.

Den „Antidiskriminierungsbeauftragten“ bieten wir – im Rahmen unserer Möglichkeiten – an, nach der Anmeldung mit Ihrer Institution Gespräche zu führen, um die Idee darzustellen, dass das nicht nur eine Weiterbildung ist, von welcher eine Person profitiert und diese Person dann die Zuständigkeit für Diskriminierung in der Institution hat. Wir versuchen zu verdeutlichen, dass eine Veränderung in der Institution nur erreicht werden kann, wenn es den gemeinsamen Willen gibt, Barrieren abzubauen. Zuständig dafür sind alle Mitarbeiter*innen. Die von uns ausgebildete Person kann hierbei als primäre Ansprechperson fungieren und Prozesse initiieren oder Weiterbildungen anbieten. Auch kann sie als Anlaufstelle für von Diskriminierung Betroffene fungieren, um die Barrieren in der Institution sichtbar zu machen bzw. Betroffene weiter zu verweisen. Wir bieten dabei eine Begleitung an, entweder in Form von Coaching- und Feedbackgesprächen oder auch durch eine diversitätssensible Organisationsentwicklung (welche extra finanziert werden müsste).

Den (angehenden) Trainer*innen bieten wir im Rahmen unserer Möglichkeiten an, bei unseren Fortbildungsangeboten zu hospitieren und im 2. Jahr bzw. nach der Ausbildung für unseren Verein auf Honorarbasis tätig zu werden. Das Angebot ist leider nicht nur unter Vorbehalt der Förderung, sondern auch unter Vorbehalt der Auftragslage und den politischen Entwicklungen durch die Landtagswahlen. Wir haben aber ein großes Eigeninteresse, unseren Trainer*innenpool (insbesondere mit PoC-positionierten Trainer*innen) zu erweitern und sind seit über 10 Jahren mit unseren Fortbildungsangeboten in Sachsen etabliert. Da wir uns nicht als Auftraggebende verstehen, sondern als partizipativer Verein, ist uns auch wichtig, dass unsere Honorarkräfte sich mit den Werten und Grundsätzen unseres Vereines identifizieren können und „die Chemie stimmt“.

Wir versprechen die Möglichkeit zu hospitieren bzw. anschließend auf Honorarbasis arbeiten zu können nicht, haben sie aber vorgesehen.

Auch den angehenden Trainer*innen bieten wir Coaching- bzw. Feedbackgespräche vor und nach selbstorganisierten Weiterbildungen oder Seminareinheiten (im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten).

Was ist mit getrennten Ansprechstrukturen gemeint und wieso kann man sich eigentlich nicht einfach für die Veranstaltung anmelden?

Könnten sich Interessierte einfach anmelden, führt die vermeintliche Offenheit vermutlich dazu, dass vor allem sogenannte Mehrheitsangehörige den Zugang dazu

finden. Marginalisierte Gruppen sind erfahrungsgemäß sowohl auf qualifizierten Arbeitsplätzen als auch in Fort- und Weiterbildungen unterrepräsentiert. Deswegen

achten wir auf die Zusammensetzung der Gruppe, denn wir streben bewusst eine diverse Lerngruppe an. Da unser Schwerpunkt als LAG pokuBi die rassismuskritische Bildungsarbeit bzw. Haltung ist, streben wir v.a. an, dass sich die Gruppe möglichst aus Teilnehmenden mit und ohne Migrations- und/oder Rassismuserfahrungen zusammensetzt. Diese Zusammensetzung eröffnet viele Möglichkeiten für die Lerngruppe und den Lernprozess.

Die Teilnehmenden werden sich immer mal wieder in Teilgruppen nach verschiedenen Differenzlinien (v.a. nach Menschen mit und ohne Rassismuserfahrungen) in getrennten Räumen mit bestimmten Fragestellungen bzw. eigenen Verstrickungen auseinandersetzen. Die temporäre Gruppenteilung soll für die jeweilige Gruppe einen Rahmen bieten, der mehr Offenheit und zugleich Sicherheit ermöglichen kann.

Auch in unserer Seminargruppe können wir die (Re-)Produktion von Diskriminierung und Rassismus nicht ausschließen. Damit die dadurch entstehende Verletzungen nicht in der Gruppe thematisiert werden müssen, wird Ely Almeida (Schwarz positionierte Frau und Empowermenttrainerin) auch außerhalb der Seminarzeiten für einzelne ansprechbar sein.

Auch für diejenigen, die im System Rassismus eher privilegiert sind, gibt es die Möglichkeit, das eigene Wirken (in Bezug auf die durchzuführenden Praxiseinheiten), die Ansprechstruktur zu nutzen. Ansprechperson hierfür ist Kerstin Knye (weiß und queer feministisch positioniert)

Wir erwarten

Von allen Teilnehmenden

  • die Bereitschaft zur Selbstreflexion (insbesondere in Bezug auf die jeweiligen privilegierten Positionen)
  • das Er- und Überarbeiten von persönlichen Lernzielen
Zwischen dem 1. und 2. Modul erwarten wir von allen Teilnehmenden, dass sie eigene Ziele und Entwicklungsschritte bzw. Wege, wie diese erreicht werden sollen, entwerfen. Da sich Ziele, Schritte und Wege im Laufe der Veranstaltungen ändern können, ist die stetige Überarbeitung Bestandteil auf dem Weg der Ausbildung.
  • die Vor- und Nachbereitung zwischen den Modulen in selbstorganisierten Kleingruppen

Die Kleingruppen bieten die Möglichkeit, Seminarinhalte, - methoden, eigene Entwicklungsschritte etc. zu reflektieren und sich gemeinsam auf das nächste Modul vorzubereiten. Auch kollegiale Beratung in Bezug auf Praxiserfahrungen kann Bestandteil sein

  • selbständiges Lesen von Texten zur Vor- und Nachbereitung und empfohlener Literatur

Wir erwarten nicht viel und möchten allen Interessierten anbieten, dass sie teilnehmen können. Auch gehen wir davon aus, dass Menschen schon mit unterschiedlichen Vorerfahrungen und – kenntnissen teilnehmen, so dass wir niemanden zwingen wollen, an allem teilzunehmen.

Jedoch ist uns ebenso wichtig, dass die von uns ausgebildeten Trainer*innen / Beauftragten qualitativ hochwertig ausgebildet werden bzw. qualitativ hochwertig die Möglichkeit haben, sich auf die Trainer*innen/Berater*innentätigkeit vorzubereiten. Das verlangt aus unserer Sicht mehr als die reine Teilnahme an den einzelnen Modulen.

Aus diesem Grund werden wir Unterschiede machen, wer von den Teilnehmenden am Ende eine Teilnahmebescheinigung erhält und wer ein Zertifikat bekommt.

Wann bekomme ich eine Teilnahmebescheinigung oder ein Zertifikat?

Die Teilnahmebescheinigung bekommen Sie für die Module, an welchen Sie teilgenommen haben.

Ein Zertifikat bekommen Sie, wenn Sie

  • zu mindestens 80 % anwesend waren
  • die Lernvereinbarung verfasst und fortgeschrieben haben, sowie einen Abschlussbericht mit Bezug auf die Lernvereinbarung geschrieben haben
  • eigenständig ein Seminar oder eine Seminareinheit konzipieren, organisieren, durchführen und reflektieren
  • regelmäßig an den Kleingruppen teilnehmen (durchschnittlich 4 Stunden jeweils zwischen den Modulen bzw. nach dem letzten Modul)
  • zu ihrem Lernziel passende Literatur im Selbststudium bearbeiten

Die Gesamtstundenzahl beträgt 285 Stunden.

Seminarzeit: 185 Stunden

Vor- und Nachbereitung, sowie Durchführung

einer Seminareinheit 30 Stunden

Arbeit in der Kleingruppe (10 x 4 Stunden) 40 Stunden

Interessensbekundung

Wenn Sie an der Ausbildungsreihe teilnehmen wollen, schicken Sie uns bitte die ausgefüllte Interessensbekundung per mail bis zum 28.2.19 zu an

kontakt[at]pokubi-sachsen.de

Interessensbekundung (bitte anklicken zum herunterladen)  

weitere Module

Für die Module 6-10 sind im Jahr 2020 folgende Termine geplant:

6. – 08. Februar 2020

02. – 04. April 2020

11. – 13. Juni 2020

10. – 12. September 2020

12. – 14. November 2020

  Folgende Inhalte haben wir angedacht:

Systemische Beratung // Konflikte in Seminarsituationen // Meine Haltung zu Demokratie und Menschenrechten // Inklusive Haltung / Widerstandsstrategien // Umgang mit Rassismus in der Jugendarbeit // Ableism (Diskriminierung aufgrund zugeschriebener Behinderung) // meine Haltung / Rolle und Visitenkarte als Trainer*in/ Berater*in

Bewusst haben wir die konkrete Planung noch offen gelassen, um uns - soweit es möglich ist - an den Vorkenntnissen, Interessen und Zielen der Teilnehmenden zu orientieren

Organisatorisches

Teilnahmebeitrag pro Jahr:

400 EUR/Jahr (Verdienende) 150 EUR/Jahr (Nicht-Verdienende) inkl. Unterkunft und Verpflegung

Interessensbekundung bis 28. Februar 2019:

kontakt[at]pokubi-sachsen.de Telefon: 0157 51 85 40 90

  (Sprach-) Barrierefreiheit / Kinderbetreuung:

Kinderbetreuung wird angeboten, wenn Sie an dem Seminar sonst nicht teilnehmen können. Wir bemühen uns im Rahmen unserer Möglichkeiten, möglichst viel (Sprach-)Barrierefreiheit zu bieten. Bitte kontaktieren Sie uns bezüglich Ihres Bedarfs.

  Die Seminarhäuser sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Wir regen die Bildung von Fahrgemeinschaften an.